Einleitung

In der Vergangenheit hatte ich meist die Aufgabe, fachliche Tests für betriebswirtschaftliche Anwendungen aufzusetzen. Und oftmals waren die Projekte bereits in einem fortgeschrittenem Stadium (das dürfte das Schicksal von Beratern im Testbereich sein), sodass der Einfluss auf die Entwicklung gering war.

Bei der Oberflächengestaltung der Anwendung wurde in der Regel dem Thema Testbarkeit keine Beachtung geschenkt. Dies ist durchaus verständlich, da in erster Linie der Benutzer zufriedengestellt werden muss, insbesondere hinsichtlich Funktionalität und Attraktivität . An zweiter Stelle geht es zumeist um die Brauchbarkeit der Oberflächenbibiothek für die Entwicklung, an die Testbarkeit wird in diesem Moment oftmals noch gar nicht gedacht.

Eine übliche Vorgehensweise ist es nun, neben den allgemeinen Planungsaktivitäten eine Testtoolevaluation durchzuführen. Dabei kommt es neben dem generellen Funktionsumfang insbesondere darauf an, inwieweit das Testtool die Anwendung “erkennt”. Nach der Auswahl beginnt dann die Programmierung des Tools und je nach Vorkenntnissen des Testteams entstehen dann zumeist mehr oder weniger brauchbare Automatisierungsframeworks, da die eingebauten Features der Werkzeuge fast immer nicht ausreichen.

Am Ende des Projekts hat man dann oft ein Testtool, für welches man Wartungskosten bezahlt, ein programmiertes Framework in der Programmiersprache des Tools (die mehr oder weniger properitär ist) und ein Menge Testdaten in Excel-Dateien oder einer Datenbank.

Eine weitere Option für die Unternehmen ist häufig, eine Testverwaltungskomponente dazuzukaufen, die neben der Ansteuerung der Automatisierungskomponente weitere Testfunktionalitäten bietet (Teststeuerung, Testfallermittlung, Testdatendefinition, Testauswertung). Mit dieser weiteren Anwendung kommen dann zumeist auch die Berater der entsprechenden Firma mit, führen Schulungen im Tool durch, definieren die Kommunikation zwischen ihrem Werkzeug und den Testautomatisierungstools usw.

Prinzipiell ist gegen die beschriebenen Vorgehensweisen nichts zu sagen, und viele der Hersteller- und Beraterfirmen besitzen zweifellos eine hohe Kompetenz und können Projekten bei der Erreichung der Projektziele sicher helfen.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle jedoch einen anderen Weg vorstellen, der genauso zum Erfolg führen kann und der (zumindest mittel- und langfristig) weitere Möglichkeiten erschliesst. Wie wäre es denn damit, wenn Ihr Unternehmen sich die Testwerkzeuge komplett selbst entwickelt?  Dieser Workshop entsteht parallel zu der tatsächlichen Entwicklung eines solchen Testwerkzeuges. Der Prototyp dazu steht bereits und die ersten Ergebnisse lassen für mich den Schluss zu, dass es gelingen wird.

Daher nun in medias res, Glückauf und gleich weiter zum zweiten Teil Auswahl der Entwicklungsumgebung.